Glühwein und was es dabei zu beachten gibt

Zu einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gehört er unweigerlich dazu: der Glühwein. Und in Deutschland ist er überaus beliebt: jährlich werden ca. 50 Millionen Liter Glühwein konsumiert. Doch was genau ist eigentlich im Glühwein enthalten? Die Basis bildet ein Grundwein. In der Regel handelt es sich um einen Rotwein, jedoch gibt es inzwischen auch immer häufiger weißen Glühwein auf Basis von Weißwein zu kaufen. Dazu kommen Zucker oder andere Süßungsmittel, Würzkräuter und Gewürze sowie Aromen. Nicht erlaubt sind der Zusatz von Wasser, Trauben- oder Obstsaft und Alkohol. Der Alkoholgehalt des Endprodukts muss zwischen 7% und 14,5% liegen; in der Regel liegt er bei 9-10%.

Winzerglühwein

Aber trotz dieser genauen Regelung, was in einem Glühwein enthalten sein darf und was nicht, gibt es starke qualitative Unterschiede. Bei den Billigglühweinen wird meist minderwertiger Wein genommen und mit Zucker sowie Aromen geschmacklich überdeckt. Leider finden Kontrolleure auch immer wieder Glühweinstände mit erhöhten Mengen an gesundheitsschädlichen Stoffen. Dazu zählen die Ochratoxine sowie die Fuselöle (unerwünschte höhere Alkoholverbindungen). Diese sind für den Kater am nächsten Morgen verantwortlich und da sie in minderwertigen Glühweinen in höherer Konzentration vorkommen, werden diese umgangssprachlich auch als „Fusel“ bezeichnet. Um diesem schlechten Ruf des Glühweins entgegenzuwirken, stellen auch immer mehr Winzer ihren eigenen Glühwein her. Für ihren Winzerglühwein verwenden sie einen qualitativ hochwertigen Grundwein und ausschließlich frische Zutaten. Auf künstliche Aromen wird in der Regel verzichtet. Dadurch entsteht ein hochwertiges Endprodukt mit besonderem Geschmack, das aber natürlich auch etwas teurer ist. Doch in Tests haben die Probanden deutlich den Geschmacksunterschied zwischen einem Winzerglühwein und einem günstig hergestellten Glühwein geschmeckt, so dass sich der höhere Preis auch lohnt.

Bioglühwein

Des Weiteren gibt es inzwischen auch im Glühweinsortiment zahlreiche Bioprodukte. Dafür wird natürlich ein Grundwein aus biologischem Weinbau verwendet. Das bedeutet, dass der Winzer auf synthetische Stickstoffdünger, Phosphordünger, Pestizide sowie Herbizide verzichtet. Auch die Gewürze wurden ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und künstlichen Dünger angebaut. Im Idealfall stammen sie auch aus fairem Handel. Auch auf Weihnachtsmärkten kann man an dem ein oder anderen Stand bereits Bio-Glühwein kaufen.

Expertentipp

Der Tipp vom Experten: Wenn Sie auch auf dem Weihnachtsmarkt einen qualitativ hochwertigen Glühwein genießen möchten, halten Sie nach dem Stand eines Winzers oder einer Winzergenossenschaft Ausschau. Dort können Sie sich relativ sicher sein, dass Winzerglühwein aus eigener Herstellung ausgeschenkt wird und keine „Billigplörre“. In diesem Sinne: Hoch die (Glühwein-)Tassen!

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