Ist histaminfreier Wein möglich?

Ist histaminfreier Wein möglich?

Histaminintoleranz! Eine weitere Trendkrankheit oder steckt mehr dahinter?

Hautausschlag, Kopfschmerzen, Erbrechen, Magenkrämpfe, geschwollene Augen – nur wenige der Symptome, die durch Histamin auftreten können. Aber keine Angst. Für die meisten unter euch sollte der Histamingehalt, speziell im Wein, kein Problem darstellen. Nur ca. 4% der Bevölkerung in Deutschland leiden unter einer sogenannten Histaminintoleranz.

Viele kennen doch bestimmt das Gefühl von Kopfschmerzen nach einem feucht-fröhlichen Abend unter Freunden mit der ein oder anderen Flasche Wein. Wer sich jetzt fragt, ob die Kopfschmerzen durch das Histamin entstanden sind oder nicht, erhält hier vielleicht eine Antwort. Histaminfreier Wein? Gibt es das überhaupt?

Was ist Histamin?

Histamin ist im Grunde genommen ein körpereigener Botenstoff, der wichtige Funktionen in unserem Körper übernimmt. Die wichtigste Aufgabe stellt dabei die Regulation der Stoffwechselfunktionen dar. Probleme entstehen nur dann, wenn sich die Histaminkonzentration im Körper verändert, obwohl kein akuter Anlass dazu besteht.

Histaminfreier Wein!

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Histaminfreier Wein. Histamin, speziell bei alkoholhaltigen Getränken, entsteht überwiegend durch Gärung und Lagerung. Daher sind die schweren Rotweine echte Histaminbomben. Des Weiteren spielt der Säuregehalt eine wichtige Rolle. Umso höher der Säuregehalt, desto niedriger ist der Histamingehalt im Wein. Um den Histamingehalt im Wein auf einem niedrigen Niveau zu halten, ist es notwendig, schon bei der Lese darauf zu achten, so gesundes Lesegut wie möglich zu verarbeiten. Die Verarbeitung sollte rasch und schonend erfolgen. Bei der alkoholischen Gärung und dem biologischen Säureabbau muss die Entstehung von Histamin weitgehend unterbunden werden. Von einer Maischegärung sollte komplett abgeraten werden.

Allgemein spricht man von einer Verträglichkeitsgrenze von 10 mg pro Tag. Histaminintolerante Menschen sollten möglichst auf histaminhaltige Lebensmittel verzichten. Als histaminfreier Wein galt bislang ein Tropfen mit einem Gehalt von unter 0,1mg pro Liter. Schwierig ist es jedoch seit dem 1. Januar 2015. Seit diesem Zeitpunkt darf man laut einer EU-Verordnung keine gesundheitlichen Angaben auf Weinflaschen ausweisen. So auch die Auszeichnung „histaminfreier Wein“. Dadurch bleibt dem Verbraucher nur der umständliche Weg, sich direkt beim Hersteller zu erkundigen.

Wie finde ich es heraus?

Ist man nun betroffen oder nicht? Viele wissen meist nicht, dass sie an einer Histaminintoleranz leiden. Bei einer Diagnose wird oft eine Histaminintoleranz nicht in Betracht gezogen. Daher sollte man seinen Hausarzt direkt auf die Möglichkeit ansprechen.

Was kann ich dagegen tun?

Ist man von solch einer Histaminintoleranz betroffen, so bleibt meist nur der Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel. Zu besonders histaminhaltigen Lebensmitteln gehören eingelegte Lebensmittel, Meeresfrüchte, Schokolade und Hülsenfrüchte. Kartoffeln, Reis oder fangfrischer Fisch wären beispielsweise Alternativen. Es gibt neben dem Verzicht jedoch auch die Möglichkeit, die Intoleranz medikamentös zu behandeln. Dabei sollte man jedoch vorsichtig sein, um mögliche Erkrankungen, durch eine falsche Dosierung, zu vermeiden.

Grundsätzlich bleibt es jedoch jedem selbst überlassen, ob man Wein meidet aufgrund von Histaminbedenken. Bei Intoleranz sollte man auf jeden Fall so oft wie möglich auf Wein verzichten, da histaminfreier Wein eigentlich nicht existiert. Es ist ausschließlich möglich, den Histamingehalt auf ein Minimum zu reduzieren. Insofern: histaminreduzierter, nicht histaminfreier Wein!

Unser BIO Weißburgunder wäre so ein Kandidat. Probiert es aus und erfreut euch an einem guten Tropfen der Spürnasen – ohne Nebenwirkungen!

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