Scheurebe Weisswein – Revival einer fast vergessenen Rebsorte

Scheurebe Weisswein – Revival einer fast vergessenen Rebsorte

Von der Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre hinein erfreute sich die Scheurebe einer großen Beliebtheit. Süß und satt war ihr Geschmack und passte damals gut in die Wirtschaftswunderjahre. Dann änderte sich der präferierte Weingeschmack zunehmend und die Rebe geriet ein wenig in Vergessenheit.

Nachdem die Gesamtanbaufläche der Scheurebe noch bis vor einiger Zeit stark rückläufig war, erlebt die Rebe seit Kurzem eine Art Renaissance.
Das hat auch damit zu tun, dass der Wein nicht mehr wie früher fruchtsüß vinifiziert, sondern trocken ausgebaut wird. Die vor fast einem Jahrhundert von Georg Scheu aus Riesling und Buckettraube gezüchtete Weinsorte ist ein harmonischer, duftreicher und körperreicher Wein. Die Fruchtigkeit des Weins wird dabei sehr fein durch die rieslingartige Säurestruktur ausbalanciert. So ist der Geschmack vielleicht zunächst etwas ungewohnt – nach ein paar Schlucken wird die Scheurebe jedoch ganz schnell zutraulich…

Hauptanbaugebiet der Scheurebe liegt in Deutschland, hier v.a. in Rheinhessen, der Pfalz, Nahe und in Franken. Auch in Österreich wird der Wein mit dem hohen Lagenanspruch auf kleiner Anbaufläche kultiviert. Aus der dort u.a. auch S(ämling) 88 genannten Traube werden einige der herausragenden edelsüßen Weine, wie z.B. Trockenbeerenauslese, gewonnen.

Beim diesjährigen internationalen Bioweinpreis erzielte eine Scheurebe Kabinett Jahrgang 2012 die volle Punktzahl und wurde mit Gold prämiert.

Aufgrund dieser Entwicklung begaben auch wir uns auf die Suche nach einer hervorragenden Scheurebe – und wurden in Rheinhessen fündig! Wer einen fruchtigen, duftigen Weißwein mit Finesse sucht, der wird hier glücklich. Bei den bisherigen Verkostungen war es für die Spürnasen schon zu sehen, wie schnell Skepsis einem wohlwollenden Lächeln weichen kann! Probieren, und wohlfühlen!

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