Weinlese 2015 – Kommender Jahrgang mit viel Potenzial!

Weinlese 2015 – Kommender Jahrgang mit viel Potenzial!

Die diesjährige Weinernte neigt sich fast schon wieder dem Ende zu. Perfekt um euch einen Überblick der bisherigen Weinlese zu verschaffen und um einen Ausblick auf die kommenden 2015er Weine zu geben.

Prognose!

Dieses Jahr steht ganz im Fokus von hoher Qualität und zum Teil geringen Mengen. Durch die heißen und trockenen Wochen des Sommers ist die Lese dieses Jahr besonders früh und geballt auf uns zugekommen. Dies heißt jedoch nicht, dass die Qualität darunter leidet. Ganz im Gegenteil: Die Qualität ist auf einem hohen Niveau. Nur der diesjährige Ertrag fällt nicht so erfreulich aus. Dies ist vor allem den mageren Niederschlagsmengen geschuldet. Der baden-württembergische Genossenschaftsverband spricht von einem Rückgang um bis zu 15%.

Fakten über die Weinlese 2015!

Doch nun zur diesjährigen 2015er Weinlese: Durch den mediterranen Sommer ist die Lese früh gestartet. Bereits am 19. August hieß es in der Pfalz: Ab in die Weinberge! Gelesen wurden frühreife Rebsorten wie Bacchus, Solaris oder auch Ortega. Überwiegend für Federweißen, also Neuen Wein. Die ersten „richtigen“ Jahrgangsweine wurden Anfang September in Angriff genommen. Hierbei wurden frühreife Rebsorten wie z.B. Müller-Thurgau und Regent gelesen.

Der Reifegrad bei Rebsorten ist durch verschiedene Parameter gekennzeichnet. Die wichtigsten stellen dabei der Oechslegrad, Säure, pH-Wert und die Gesundheit der Trauben dar. Der Oechslegrad gibt, salopp gesagt, den Zuckergehalt der Traube an. Dieser Wert ist wichtig für die spätere Gärung und den dadurch entstehenden Alkoholgehalt und die Qualitätseinstufung z.B. in Qualitätswein, Kabinett, Spätlese und so weiter. Die Säure ist ausschlaggebend für ein harmonisches Bild oder eine rassige Ader eines Weines. Bei Rieslingen wird z.B. sehr viel Wert auf einen säurebetonten Charakter gelegt. Der pH-Wert ist enorm wichtig für den Einfluss von Schwefel und bei der Durchführung eines biologischen Säureabbaus (BSA). Vor allem die Wirkung von Schwefel ist sehr wichtig, um eventuelle mikrobiologische Aktivitäten zu unterdrücken. Einer der wichtigsten Parameter ist aber die Traubengesundheit. Sie stellt sicher, dass keine unerwünschten Aromen und Bakterien den Wein beeinflussen, beispielsweise ein unangenehmer Essiggeschmack.

Die Ernte von Sektgrundwein erfolgte, wie jedes Jahr, am Anfang der Weinlese. Aufgrund der fast ausschließlich gesunden Trauben war die Verarbeitung so einfach wie lange nicht mehr. Nur mit gesunden Trauben können wahre „Meisterstücke“ kreiert werden. Der Zeitraum der Sektlese belief sich auf gut eine Woche.

Wetterverhältnisse!

Neben der Reife der Trauben muss auch das Wetter mitspielen. Dieses Jahr kann man nur sagen: einfach grandios! Es war nicht zu warm und nicht zu kalt. Es hat gerade so viel geregnet, dass die Trauben nicht aufplatzten und die Weinlese reibungslos durchgeführt werden konnte. Durch das überwiegend trockene Wetter und die Gesundheit der Trauben wurde der Einsatz von Traubenvollerntern begünstigt. In anderen Jahren sind meist noch faule Beeren an den Trauben, die nur durch mühsames Auslesen entfernt werden können. In diesem Jahr war das nicht notwendig. Trotz alledem wurde der Vollernter nicht mehr und nicht weniger eingesetzt. Die Handlese spielt immer noch eine große Rolle in allen Weinbaugebieten. Bei den Top Lagen der Winzer wird nur durch die Handlese eine optimale Qualitätsausbeute gewährleistet.

Durch persönliche Gespräche bzgl. der Weinlese 2015 mit Winzern erfuhren wir nur Erfreuliches. Alle sind sehr glücklich mit dem Verlauf der diesjährigen Weinlese. Alleine der Ertrag bei den Burgunder-Sorten wird beklagt. Dieser liegt annähernd an der Prognose von 15% des baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes. Die Lese wird nun noch ca. 1 Woche andauern, danach ist so gut wie jeder Weinberg blank. Aufgrund der Wetterprognosen sollte in der letzten Woche nicht mehr viel passieren.

Fazit

Insgesamt kann man sich daher auf einen super 2015er Weinjahrgang freuen. Die Qualität ist top, die Säurewerte liegen im gewünschten Bereich und die Gesundheit der Trauben spricht für sich. Es kommt ein sehr aromatisch und gut strukturierter Jahrgang auf uns zu. Gegebenenfalls könnte sich der Preis für Burgunder-Weine erhöhen, da diese weniger Ertrag erbrachten. Aber davon lassen wir uns die ausgesprochen gute Weinlese 2015 nicht verderben. Viel schlimmer ist nun die Wartezeit! Die Spürnasen wünschen aber schon jetzt viel Spaß und schöne Weinmomente.

UPDATE!

Die restlichen Lesetage verliefen wie geplant. Es gab keine Probleme. Das Wetter spielte mit. Die Winzer konnten die Weinlese 2015 erleichtert und zufrieden abschließen.

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